Norm statt Stigma

Sozialwohnungen weltweit

Mir ist immer noch unverständlich, warum das Thema Wohnen in der deutschen Politik einer derart untergeordnete Rolle spielt. In den Großstädten kennt jede:r Paare, die getrennt sind, aber nicht auseinanderziehen, Eltern, die im Wohnzimmer schlafen, damit die Kinder eigene Zimmer haben, WG-Mitbewohner:innen, die längst reif für einen Auszug wären, die aber alle nichts an ihrer Lage ändern können, weil bezahlbare Wohnungen kaum zu finden sind.

In Köln hätte knapp die Hälfte der Haushalte Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein. Der ist Voraussetzung für eine Sozialwohnung, deren Mieten für 15 oder 20 Jahre gedeckelt sind. Diese Wohnungen machen aber gerade mal noch 7 (in Worten: sieben) Prozent der Wohnungen aus. Was neu entsteht, reicht seit Jahren nicht im Ansatz aus, um für Entspannung zu sorgen. Warum ändert sich das nicht? Warum gibt es keinen stärkeren politischen Willen im Bund, in den Ländern, in den Kommunen?

In anderen Ländern sind öffentliche Eingriffe in den Immobilienmarkt gang und gäbe. Das zeigt auch dieser Podcast des ARD Weltspiegels und ein Film über Singapur, wo die Mittelschicht gut mit sozialem und damit bezahlbarem Wohnraum versorgt ist. Auch ein Forscher kommt zu Wort, der sich die kommunale Wohnungspolitik in Deutschland angeschaut hat.